Literatur

Gute Literatur ist wie ein Besuch im Kasino

Am Rande einer Vorlesung über den Spannungsbogen in Dramen und zeitgenössischen Texten hat unser Germanistik-Professor heute eine interessante Parallele zum Glücksspiel gezogen. Dramen und dramenartige Texte haben traditionell folgenden Aufbau: Einleitung, erregendes Moment, Umkehr, tragisches Moment, Moment der letzten Spannung, Katastrophe. Der Aufbau moderner Texte ist längst mehr nicht so strikt, lehnt sich aber immer noch oft an dieses Schema an.

Wer als Autor bei seinen Lesern nachhaltig Spannung erzeugen will, setzt auf den bewussten Einsatz chemischer Prozesse im Körper des Menschen. Ein gelungener Text soll den Konsumenten geradezu nötigen weiterzulesen. Sofern man kein schriftstellerisches Naturtalent ist, kann es hilfreich sein zu wissen, was in den verschiedenen Phasen des Spannungsbogens im Körper des Lesers passiert.

Während der innerlich in das Geschehen involvierte Leser zum Beispiel der Auflösung eines Konfliktes entgegenfiebert, wird Adrenalin in seinem Zentralnervensystem ausgeschüttet. Ein guter Roman sollte den Leser in gleicher Weise fesseln, wie ein Roulette-Spiel mit hohem Einsatz.

Glücksspiel-Anbieter und Kasinos wissen wie ein guter Autor sehr genau um die chemischen Prozesse im menschlichen Körper. Auf casinospielen.de habe ich dazu einen passenden Artikel gefunden: Warum spielen wir Casino Spiele? Die Botenstoffe sind nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass Menschen spielsüchtig werden können.

Ich werde mich nach der heutigen Vorlesung auf jeden Fall noch näher mit diesem faszinierenden Thema beschäftigen. Ich war mir dieses Bereichs der Literaturwissenschaft bisher nicht wirklich bewusst, erinnere mich jetzt aber auch an Lese-Erlebnisse, die einem Kasino-Besuch in nichts nachstanden. Als ich in der letzten Woche den äußerst spannenden Krimi »Verblendung« von Stieg Larsson gelesen habe, spürte ich mehrfach, wie mein Herzschlag in die Höhe schnellte, meine Hände feucht und meine Beine unruhig wurden.

Das Anna-Karenina-Prinzip

Wow, das war ein Wälzer! Gestern habe ich "Anna Karenina" von Tolstoi zu Ende gelesen. Es ist ein absolutes Meisterwerk. Das Buch hat so viele Facetten. Es gibt Parallelen zu vielen Dingen, die uns auch heute in der Wirtschaft, in der Politik und der Gesellschaft begegnen.

Habt ihr schon einmal vom Anna-Karenina-Prinzip gehört? Dieses Gesetz bezieht sich auf den allerersten Satz des Romans:

Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche ist auf ihre eigene Weise unglücklich.

Das kann man natürlich nicht nur Familien beziehen, sondern auf Schicksale ganz generell.

Wenn ich euer Interesse geweckt habe, dann findet ihr hier eine Inhaltsangabe des Romans.

Habt ihr das Buch gelesen? Dann hinterlasst doch einen Kommentar!

Liebe Grüße,

euer Nichtmädchen
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Nichtmädchen

Notizen und dreiste Behauptungen.

Über mich

Ich mag gute Bücher, besonders spannende Krimis und Literatur-Klassiker. Ich höre Indie Rock und tanze zu Salsa. Ich mag Partys und Cocktails. Ich interessiere mich für Sprache und Kommunikation.

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